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Mehrere Kaufinteressenten: So gehen Sie fair mit Angeboten um

Wenn sich mehrere Kaufinteressenten für Ihre Immobilie melden, haben Sie die beste Ausgangslage für einen guten Preis. Entscheidend ist, wie Sie die Angebote einholen: Statt mit jedem Interessenten einzeln zu verhandeln, laden Sie alle nach den Besichtigungen zu einer transparenten, unverbindlichen Angebotsrunde mit klarer Frist ein. So sehen Sie, was der Markt tatsächlich zu zahlen bereit ist, und entscheiden am Ende frei, an wen Sie verkaufen.

Dieser Leitfaden zeigt, welche Wege es gibt, wie Sie fair vorgehen und worauf Sie beim Vergleich der Angebote achten sollten.

Was tun, wenn sich mehrere Interessenten melden?

Mehrere Interessenten sind eine Chance, aber auch eine organisatorische Aufgabe. Diese Schritte haben sich bewährt:

  1. Besichtigungen bündeln. Legen Sie die Besichtigungen in einen überschaubaren Zeitraum. So können alle Interessenten ungefähr gleichzeitig entscheiden, und niemand wartet wochenlang auf eine Antwort.
  2. Spielregeln festlegen. Bestimmen Sie vorab einen Startpreis, eine Angebotsfrist und, falls gewünscht, eine Mindesterhöhung zwischen zwei Angeboten.
  3. Allen dieselben Informationen geben. Jeder Interessent sollte dieselben Unterlagen, dieselbe Frist und dieselben Regeln kennen. Das ist die Grundlage dafür, dass sich das Verfahren fair anfühlt und auch fair ist.
  4. Angebote schriftlich einholen. Ein Anruf im Vorbeigehen ist schnell vergessen oder missverstanden. Halten Sie jedes Angebot mit Betrag und Zeitpunkt fest.
  5. Nicht nur den Preis vergleichen. Fragen Sie nach der Finanzierung, nach Bedingungen und nach dem gewünschten Übergabetermin.
  6. Entscheiden und den Notartermin vereinbaren. Erst mit dem notariell beurkundeten Kaufvertrag ist der Verkauf in Deutschland verbindlich.

Welche Möglichkeiten haben Sie?

Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Die gängigen Möglichkeiten im Überblick:

VorgehenVorteileNachteile
Mit dem ersten passenden Interessenten verhandelnSchnell und einfachSie erfahren nie, ob andere mehr gezahlt hätten
Angebote per Telefon oder E-Mail einsammelnKein Werkzeug nötigUnübersichtlich, schwer nachvollziehbar, Interessenten zweifeln an der Fairness
Verdeckte Runde mit einmaligem "besten Angebot" bis zu einer FristKlarer Abschluss, jeder gibt genau ein Angebot abInteressenten bieten blind und können nicht nachbessern
Offene Angebotsrunde (transparentes Bieterverfahren)Alle sehen den aktuellen Höchststand und können nachlegen, der Ablauf ist nachvollziehbarBraucht klare Regeln und etwas Organisation

Für die meisten Verkäufer mit mehreren ernsthaften Interessenten ist die offene Angebotsrunde der ausgewogenste Weg: Der Wettbewerb ist sichtbar, und jeder Interessent kann selbst entscheiden, wie weit er gehen möchte. Wie das Verfahren genau funktioniert, erklärt unser Beitrag Bieterverfahren erklärt.

Sind die Angebote verbindlich?

In Deutschland nicht. Ein Kaufvertrag über eine Immobilie muss notariell beurkundet werden. Bis dahin verpflichtet weder das Angebot eines Interessenten noch Ihre Zusage zum Kauf oder Verkauf.

Für Sie als Verkäufer heißt das:

  • Sie müssen nicht an das höchste Angebot verkaufen.
  • Sie können Angebote nach mehreren Kriterien abwägen, etwa nach Finanzierungssicherheit oder Übergabetermin.
  • Sie können das Verfahren auch beenden, ohne zu verkaufen.

In der Schweiz ist es ähnlich: Ein Grundstückkauf braucht dort die öffentliche Beurkundung. In Österreich ist Vorsicht geboten: Ein unterschriebenes Kaufanbot kann den Käufer dort für die genannte Frist binden. Wer in Österreich verkauft oder kauft, sollte sich vor dem Unterschreiben beraten lassen.

Woran erkennen Sie das beste Angebot?

Das höchste Angebot ist nicht automatisch das beste. Vergleichen Sie auch:

  • Finanzierung: Liegt eine Finanzierungsbestätigung der Bank vor, oder muss die Finanzierung noch geklärt werden?
  • Bedingungen: Ist das Angebot an Voraussetzungen geknüpft, zum Beispiel an den Verkauf einer anderen Immobilie?
  • Übergabetermin: Passt der gewünschte Termin zu Ihrer eigenen Planung?
  • Ihr Eindruck: Wirkt der Interessent verlässlich, und war die Kommunikation bisher klar?

Ein etwas niedrigeres Angebot mit gesicherter Finanzierung kann am Ende die bessere Wahl sein als ein hohes Angebot mit offenen Fragen.

Wie Truvalo Sie dabei unterstützt

Truvalo ist für genau diese Situation gebaut: eine faire, nachvollziehbare Angebotsrunde, wenn sich mehrere Interessenten für dieselbe Immobilie interessieren.

  • Jeder Interessent erhält einen persönlichen Link per E-Mail und gibt Angebote ohne Konto und ohne Passwort ab.
  • Alle sehen jederzeit das aktuell höchste Angebot, aber nicht, wer es abgegeben hat.
  • Interessenten werden per E-Mail informiert, wenn ein höheres Angebot eingeht, und können nachlegen oder Ihnen mitteilen, dass sie nicht weiter erhöhen.
  • Sie sehen jedes Angebot mit Betrag und Zeitpunkt, legen Startpreis, Mindesterhöhung und Angebotsfrist fest und können Notizen zu Angeboten und Interessenten festhalten.
  • Die Angebote sind unverbindlich. Sie entscheiden frei, an wen Sie verkaufen.

Truvalo ist während der Beta-Phase kostenlos. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Beitrag So führen Sie Ihr erstes Bieterverfahren durch.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich an das höchste Angebot verkaufen? Nein. In Deutschland ist der Verkauf erst mit dem notariell beurkundeten Kaufvertrag verbindlich. Bis dahin entscheiden Sie frei, an wen Sie verkaufen, und können zum Beispiel ein Angebot mit gesicherter Finanzierung vorziehen.

Ist eine Angebotsrunde eine Auktion? Nein. In einer Angebotsrunde sind die Angebote unverbindlich, und Sie wählen den Käufer selbst aus. Sie nutzen den Wettbewerb, um den Marktwert sichtbar zu machen, ohne sich vorab an ein Ergebnis zu binden.

Wie lange sollte die Angebotsfrist sein? Lang genug, damit die Interessenten ihre Finanzierung klären können, und kurz genug, damit niemand das Interesse verliert. Ein bis zwei Wochen nach der letzten Besichtigung sind ein guter Ausgangspunkt.

Darf ich Interessenten sagen, dass es andere Angebote gibt? Wenn, dann ehrlich und für alle gleich. In einer offenen Angebotsrunde ist das ohnehin Teil des Verfahrens: Alle sehen den aktuellen Höchststand, aber nicht, wer ihn abgegeben hat.

Brauche ich dafür einen Makler? Nein. Eine Angebotsrunde können Sie auch als Privatverkäufer durchführen. Den Kaufvertrag beurkundet in jedem Fall ein Notar.

Mehrere Interessenten sind eine Chance

Mehrere Kaufinteressenten bedeuten nicht automatisch Stress. Mit klaren Regeln, gleichen Informationen für alle und einer transparenten Angebotsrunde wird daraus der fairste Weg zum besten Preis. Und weil die Angebote unverbindlich sind, behalten Sie bis zum Schluss jede Entscheidung in der Hand.

Ein zu hoch angesetzter Preis kann Interessenten übrigens gar nicht erst entstehen lassen. Warum das so ist, lesen Sie in Warum ein zu hoher Angebotspreis Käufer abschreckt.

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