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Checkliste: Was Sie vor der Zusage an einen Käufer prüfen sollten

Bevor Sie einem Kaufinteressenten zusagen, sollten Sie mehr geprüft haben als nur den Betrag: die Finanzierung, etwaige Bedingungen, den gewünschten Übergabetermin und ob das Angebot schriftlich und nachvollziehbar dokumentiert ist. Erst wenn das alles passt, vereinbaren Sie den Notartermin, denn verbindlich wird der Verkauf in Deutschland erst mit dem notariell beurkundeten Kaufvertrag.

Diese Checkliste fasst zusammen, was Sie vor der Zusage klären sollten, Punkt für Punkt.

Welche Punkte gehören auf die Checkliste vor der Zusage?

  1. Finanzierung: Liegt eine Finanzierungsbestätigung der Bank vor, oder beruht das Angebot nur auf einer mündlichen Einschätzung?
  2. Dokumentation: Liegt das Angebot schriftlich vor, mit genauem Betrag und Zeitpunkt?
  3. Bedingungen: Hängt das Angebot an Voraussetzungen, etwa am Verkauf einer eigenen Immobilie?
  4. Übergabetermin: Passt der gewünschte Termin zu Ihrer eigenen Planung?
  5. Kommunikation: War der Kontakt mit dem Interessenten bisher klar, zuverlässig und auf Fragen eingegangen?
  6. Gleichbehandlung: Haben alle Interessenten dieselben Informationen und dieselbe Frist erhalten?
  7. Unverbindlichkeit: Ist Ihnen und dem Käufer bewusst, dass die Zusage selbst noch nichts entscheidet?

Wenn Sie bei jedem dieser Punkte eine klare Antwort haben, steht einer Zusage nichts mehr im Weg. Fehlt eine Antwort, lohnt es sich, vor der Zusage noch einmal nachzufragen.

Wie prüfen Sie die Finanzierung konkret?

Die Finanzierung ist der Punkt mit dem größten Risiko, weil hier am meisten noch schiefgehen kann, nachdem Sie bereits zugesagt haben. Fragen Sie konkret:

  • Kommt die Bestätigung direkt von der Bank des Interessenten, mit Namen und bestätigtem Betrag, oder handelt es sich nur um eine grobe Schätzung des Interessenten selbst?
  • Wie aktuell ist die Bestätigung? Bei älteren Bestätigungen kann sich die Lage seither geändert haben.
  • Ist ein Teil der Finanzierung an den Verkauf einer eigenen Immobilie gekoppelt? Das verlängert den Prozess und bringt eine zusätzliche Unsicherheit mit.

Eine Zusage auf Basis einer bestätigten Finanzierung ist deutlich belastbarer als eine Zusage, die sich erst später als unsicher herausstellt. Warum sich das Nachfragen vor der Entscheidung lohnt, erklärt unser Beitrag Finanzierungsbestätigung: Warum Sie vor der Zusage danach fragen sollten.

Wie gehen Sie mit Bedingungen im Angebot um?

Manche Angebote sind an Bedingungen geknüpft: ein noch ausstehendes Gutachten, die Zustimmung eines Mitkäufers oder eben der Verkauf einer eigenen Immobilie. Jede Bedingung ist ein zusätzlicher Punkt, an dem der Kauf später noch scheitern kann. Fragen Sie deshalb vor der Zusage konkret nach:

  • Welche Bedingungen genau gelten,
  • bis wann sie erfüllt sein sollen,
  • und was passiert, wenn sie nicht erfüllt werden.

Ein Angebot ohne Bedingungen ist, selbst bei einem etwas niedrigeren Betrag, oft die verlässlichere Wahl. Wie Sie Angebote insgesamt gegeneinander abwägen, zeigt unser Beitrag Ist das höchste Angebot immer das beste?.

Was gehört zu einer vollständigen Dokumentation?

Eine Zusage, die nur mündlich am Telefon fällt, ist schwer nachzuvollziehen, vor allem wenn später Fragen auftauchen oder ein anderer Interessent nachfragt, warum er nicht zum Zug kam. Halten Sie deshalb schriftlich fest:

  • den zugesagten Betrag,
  • den Zeitpunkt der Zusage,
  • den vereinbarten oder gewünschten Übergabetermin,
  • und etwaige Bedingungen, die noch offen sind.

Das schützt Sie selbst, und es macht die Entscheidung auch gegenüber einem Mitverkäufer, einem Makler oder später dem Notar nachvollziehbar.

Was passiert nach der Zusage?

Mit der Zusage ist der Verkauf noch nicht abgeschlossen. In Deutschland muss ein Kaufvertrag über eine Immobilie notariell beurkundet werden, und bis dahin verpflichtet weder das Angebot des Käufers noch Ihre Zusage zum Kauf oder Verkauf. Praktisch heißt das:

  • Vereinbaren Sie zügig einen Notartermin, damit aus der Zusage ein verbindlicher Vertrag wird.
  • Informieren Sie die anderen Interessenten fair und zeitnah, dass Sie sich entschieden haben.
  • Bleiben Sie offen dafür, dass theoretisch beide Seiten bis zur Beurkundung noch zurücktreten können, auch wenn das selten vorkommt, wenn die Checkliste oben sorgfältig durchlaufen wurde.

Wenn Sie es mit mehreren Interessenten gleichzeitig zu tun haben, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf unseren Leitfaden Mehrere Kaufinteressenten: So gehen Sie fair mit Angeboten um.

Wie unterstützt Truvalo Sie dabei?

Truvalo macht die Checkliste einfacher, weil alle Informationen an einem Ort stehen, statt verteilt über Telefonnotizen und E-Mails:

  • Sie sehen jedes Angebot mit Betrag und Zeitpunkt, automatisch dokumentiert statt handschriftlich mitgeschrieben.
  • Zu jedem Angebot und jedem Interessenten können Sie eigene Notizen festhalten, etwa zur Finanzierungslage oder zu offenen Bedingungen.
  • Interessenten geben Angebote über einen persönlichen Link ohne Konto ab, sodass die Angaben direkt bei Ihnen landen statt per Telefon weitergegeben zu werden.
  • Die Angebote bleiben unverbindlich, Sie entscheiden am Ende frei, wem Sie zusagen.

Truvalo ist während der Beta-Phase kostenlos.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich schon bei der Zusage einen Notartermin vereinbart haben? Nein, aber Sie sollten ihn zeitnah danach ansetzen. Erst der notariell beurkundete Kaufvertrag macht den Verkauf in Deutschland verbindlich, die Zusage allein reicht dafür nicht aus.

Was, wenn die Finanzierungsbestätigung fehlt? Fragen Sie konkret danach, bevor Sie zusagen. Ein Angebot ohne bestätigte Finanzierung trägt ein höheres Risiko, selbst wenn der Betrag höher liegt als bei einem anderen Angebot.

Darf ich einem Interessenten sagen, warum ich sein Angebot nicht angenommen habe? Das steht Ihnen frei und wird meist geschätzt. Eine kurze, höfliche Begründung, etwa auf die Finanzierungslage oder den Übergabetermin bezogen, hält die Tür für den Fall offen, dass der ursprünglich gewählte Käufer abspringt.

Bindet mich meine mündliche Zusage schon zum Verkauf? Nein. Bis zum notariell beurkundeten Kaufvertrag sind Sie nicht zum Verkauf verpflichtet, genauso wie der Käufer nicht zum Kauf verpflichtet ist. Behandeln Sie die Zusage trotzdem als verbindliches Versprechen Ihrerseits und ziehen Sie sich nicht ohne guten Grund zurück, das ist die Grundlage für Vertrauen im weiteren Prozess.

Reicht die Checkliste auch für eine offene Angebotsrunde mit mehreren Interessenten? Ja. Die Punkte gelten unabhängig davon, ob Sie nur ein Angebot oder mehrere gleichzeitig vorliegen haben. Bei mehreren Interessenten kommt vor allem die faire Information der anderen hinzu, sobald die Entscheidung gefallen ist.

Eine kurze Prüfung erspart spätere Überraschungen

Die Zusage an einen Käufer ist ein wichtiger Moment, aber noch nicht der Abschluss. Wer Finanzierung, Bedingungen, Übergabetermin und Dokumentation vorher sauber geprüft hat, geht mit deutlich weniger Risiko in den Notartermin. Die wenigen Minuten, die diese Checkliste kostet, sparen im Zweifel Wochen an Verzögerung.

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